Danke Leute ! - ein Plädoyer für Optimismus

von Peter Bienert 

Liebe Freunde und Bekannte, liebe Kunden, liebe „Contacts“, liebe „Follower“ bzw. liebe „ganz normale“ Menschen….

Was für ein Geschrei war das: So schrecklich sei das Jahr 2020 gewesen. So unverständlich oder falsch manche Maßnahme. So anders die „wahre“ Wahrheit. 

Hat Pessimismus damit endgültig die Oberhand gewonnen?

Lassen Sie uns mal eine andere Weltsicht versuchen. Eine, die vor Unvollkommenheiten und Fehlern nicht die Augen verschließt. Die aber auch die Taten und den bewiesenen Einfallsreichtum bei der Lösung von Problemen nicht einfach ignoriert.

Ich jedenfalls habe 2020 mehr Menschen wachsen als verzweifeln sehen. Wie fast immer, wenn mal wieder der angebliche Weltuntergang droht, war im direkten Kontakt mit Menschen davon weniger zu spüren, als beim Blättern durch Newsfeeds und Zeitungen. 

Gewiss: Wir hätten manches besser machen können, wir könnten auch ganz aktuell andere, womöglich bessere Strategien verfolgen. Wir werden aber, egal welche Strategie wir auch immer wählen, jedesmal am Ende mehr wissen als am Anfang und oft von der fehlenden Perfektion unserer Pläne und Taten enttäuscht sein.

Daher diese Einladung:

Im Moment der Wahrheit treffen Plan und Realität ganz anders aufeinander als in der schönen Theorie beim Schreiben eines Buchs oder eines Blogs.

Wenn wir handeln, wenn wir tatsächlich Entscheidungen treffen, kondensiert in einem einzigen Moment der Variantenreichtum verschiedener potentieller Möglichkeiten in die EINE unwiderrufliche Realität. Dieser Moment übersetzt die Möglichkeit von potentiellem Ruhm und möglicher Niederlage in die tatsächliche Konsequenz von richtig oder falsch.

Wer sich dem tat-sächlich stellt, verdient unseren Respekt. Gerade deshalb, weil er oder sie gerade in einer Krise auch nicht mehr weiß, auch keine vollständigeren Informationen hat, als wir selbst.

Wer jemals in kritischen Situationen auf Basis unvollständiger Informationen eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen für sich und andere, für deren Vermögen, Gesundheit und Existenz getroffen hat, weiß wovon ich spreche. 

Unabhängig davon gilt eine ganz einfache Überlegung: Wenn ich mir wünsche, mit meinen persönlichen Problemen und Wünschen von der nächsthöheren „Ebene“ in Unternehmen oder Politik ernst genommen und verstanden zu werden, dort auf einen Menschen zu treffen, der sich in meine Schuhe versetzt, dann tue ich gut daran, dieses Gegenüber und dessen besondere Situation auf die gleiche Weise zu respektieren.

Als Grundbestandteil unseres Menschenbildes gilt schließlich, niemanden aufgrund seiner Herkunft oder Rolle schlechter zu stellen oder zu behandeln. Wenn wir das also von jedem Vorstandsvorsitzenden, von jeder Bundeskanzlerin in ihrem Umgang mit allen Menschen einfordern, dann gilt es auch umgekehrt für uns alle im Umgang mit diesen Führungskräften. 

Dabei sollten wir uns stets daran erinnern, dass es widersinnig ist, die wachsende Größe der übernommenen Verantwortung mit wachsendem Anspruch an Fehlerfreiheit zu verbinden. Niemand erhält gottesgleiche Fähigkeiten, nur weil er CEO oder Ministerin wird.

Deshalb will ich heute „Danke!“ sagen, als einer, der selbst nach bald 60 Jahren Leben und nach mehr als 30 Jahren Führungskraft zum Begleiter von Führungskräften geworden ist, der inzwischen mehr schreibt und begleitet als tat-sächlich entscheidet. Einer, der das Gefühl von Verantwortung, Risiko und auch dem ab und an unvermeidlichen eigenen Scheitern nicht vergessen hat. 

Ich bedanke mich bei all jenen von Euch und Ihnen, die täglich tat-sächlich handeln.
Ich bedanke mich bei Ihnen allen, auch wenn ich Sie nicht kenne und Sie gar nicht auf Linked-In oder sonstwo registriert sind, auch wenn Sie das weder lesen noch es mir mit einem „Like“ vergelten können.

Wer immer sich diesem Risiko des tat-sächlichen Tuns stellt, muss ein Optimist sein.

Klar können Sie jetzt behaupten, dass auch Optimismus eine reine Illusion ist, können wir doch den Ausgang der Dinge bei komplexen Problemen nie mit Sicherheit vorhersagen. Schon richtig. Aber ich persönlich halte Pessimismus für eine gefährliche und Optimismus für eine nützliche Illusion. Denn der Mindset, dass sich das Problem ohnehin nicht lösen lässt, demotiviert, hält womöglich ganz vom Versuch ab, das Problem lösen zu wollen.

Für alle, die sich lieber für den Optimismus entscheiden gilt jedoch: Vorsicht vor „Pippi Langstrumpf“-Optimismus nach der Devise „Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Nichts wird allein dadurch Realität, dass wir es für richtig oder fair halten, dass wir es ganz dolle wollen und es für die einzige und beste Lösung für Weltfrieden halten.

Was wir brauchen sind rationale Optimisten, die sich den emotionalen Aspekten aller unserer Handlungen und Erfahrungen öffnen und bewusst sind, ohne Opfer davon zu werden. Die handlungsfähig sind im Angesicht der Gewissheit, dass auch das beste eigene Konzept niemals 100% richtig sein kann. Und die deshalb auch allen anderen gegenüber diese Einsicht walten lassen.

Das ist auch für mich leichter geschrieben als getan ;o)

Aber es ist ein Leitbild.

Ich habe 2020 mit Begeisterung meine Kunden bei der einfallsreichen Bewältigung der Krise erlebt. Es hat mir und uns grosse Freude bereitet, sie zu begleiten. Beim Wachsen und bei der Gestaltung der Zukunft, persönlich wie auch unternehmerisch. Und das tun wir bei WhiteorBlack auch weiterhin, unverwüstlich optimistisch. Wir lernen dabei genauso soviel, wie wir beitragen.

Kann es einen cooleren Job geben?

Bleibt/bleiben Sie alle gesund!
Und behaltet Euren/behalten Sie Ihren rationalen Optimismus!

Frohes Neues

Peter Bienert und das Team von WhiteorBlack