Cash ist King...

von Michael Hambüchen 

Finanzielle Gesundheit im Unternehmen können Sie pflanzen! Entscheidend dafür ist das Liquiditätsmanagement. Und das beginnt immer im Kopf.

Cash ist das Lebenselixier, das durch die Adern eines gesunden Unternehmens fließt. Leider aber reden sich viele Unternehmer ihre Finanzen schön. In vielen Unternehmen erinnert der Kontostand eher an das Spiel von Ebbe und Flut. Herrscht Ebbe wird hektisch das Forderungsmanagement angeworfen. Kommt die Flut, wird das Geld für womöglich vorschnell für wenig dringliche Anschaffungen und Investitionen ausgegeben. Und dann stellt sich schnell die Frage: „Warum ist mein Geld immer so schnell weg?“

In diesem Blog erfahren Sie, wie Sie Ebbe und Flut auf Ihrem Konto wirksam managen, wieder ruhig schlafen und der nächsten Corona-Krise gelassen begegnen können. 

Finanzielle Reichweite ist die Grundlage für unternehmerische Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit! 

Wer hätte geahnt, dass der schlimmste anzunehmende Zustand tatsächlich einmal eintreten würde, dass unsere Umsätze auf NULL zurückgehen könnten? Natürlich bereiten wir uns als UnternehmerInnen auf mögliche Umsatzrückgänge vor: Ein neuer Mitbewerber kommt auf unseren Markt. Die wirtschaftliche Situation wird schwieriger. Wir wachsen so schnell, dass die Kosten zu stark ansteigen. Das bekommen wir hin!

Aber dann passiert so etwas Unvorstellbares wie Corona. Die Wirtschaft steht still. Und auf einmal brechen die Umsätze komplett ein. Wie lange überlebt jetzt unser Unternehmen? 

Wenn Sie es schaffen, Ihr Unternehmen finanziell gesund aufstellen, befreien Sie sich von der Qual, als Sklave Ihrer eigenen Unternehmung hinter jedem Umsatz herrennen zu müssen. Finanzielle Reichweite schafft attraktive Handlungsoptionen, damit Sie sogar in kritischen Zeiten neue Chancen nutzen können. 

Ein gesundes Unternehmen besitzt eine finanzielle Reichweite von mindesten sechs Monaten! 

Wie genau erreichen Sie finanzielle Reichweite? 

Eine der Grundannahmen im NLP besagt: Wenn etwas nicht funktioniert, versuch etwas anderes. 

Diese zunächst einmal ganz banale Aussage wird in der Realität häufig missachtet. Schließlich predigt die BWL: Das Unternehmen muss wachsen, immer mehr Umsatz machen! Jedoch explodieren mit dem Wachstum auch die Kosten und entsprechend schnell schmilzt der Gewinn dahin. Viele Unternehmer sind nur Top-Line orientiert, d.h. sie interessieren sich nur für Größen wie Umsatz oder Anzahl der Mitarbeiter. 

Aber Umsatz allein baut keine finanzielle Reichweite. Mehr Umsatz kann sogar zur Falle werden: Weil automatisch mitsteigende Kosten bezahlt werden müssen, wird der Unternehmer zum Getriebenen im eigenen Unternehmen. 

Das kommt Ihnen bekannt vor? 

Dann drehen wir gemeinsam das Problem um! 

Die Standard-Formel aus der BWL, die Ihr Steuerberater Ihnen wahrscheinlich auch schon ans Herz gelegt hat, lautet: 

Umsatz-Kosten=Gewinn 

Wie wir gesehen haben, ist das die Formel für Unglück! Stattdessen drehen wir die Formel jetzt um. Mathematisch ist das völlig korrekt, denn das Ist-Zeichen zwischen den beiden Teilen der Formel erlaubt diese Umstellung. Aber psychologisch macht dieser „Trick“ einen großen Unterschied für Sie als Unternehmer: 

Umsatz-Gewinn=Kosten 

Das ist Ihre Formel für Glück! 

Denn mit dieser Formel können Sie die Aufgaben Ihres Unternehmens in der richtigen Reihenfolge bedienen. Und falls Sie das Gefühl kennen, dass am Ende des Monats immer alle ihr Geld bekommen, nur Sie nicht, dann ist diese Formel auch die Antwort dafür! 

Welche Aufgaben hat Ihr Unternehmen? 

  1. Das Unternehmen selbst versorgen (=Gewinn) 
  2. Die Familie versorgen (=Unternehmergehalt) 
  3. Rückgabe an die Gesellschaft (=Steuer) 
  4. Restliche Stakeholder (Mitarbeiter, Investoren, Kreditgeber etc.) bezahlen (=Kosten) 

Wir gehen hierfür von einem festen Umsatz aus und bezahlen zunächst den Gewinn. Ganz wichtig: Vergessen Sie dabei nicht, auch gleich die Steuern mit dazu zu rechnen, die Sie auf diesen Gewinn werden zahlen müssen! Anschließend zahlen wir uns das Unternehmergehalt. Was dann noch vom Umsatz übrig bleibt, also der Rest, bleibt zur Deckung der Kosten! Das ist keine BWL, sondern gesunder Menschenverstand! 

Wenn Sie so rechnen, ändern Sie Ihre Denkweise von Grund auf: Nicht mehr der Umsatz steht im Vordergrund, sondern Ihr Gewinn. Machen Sie das Experiment: Betrachten Sie Ihre eigenen Zahlen zunächst durch die Brille der ersten Formel. Und dann durch die Brille der zweiten Formel. Was ändert dies für Ihre Sichtweise, für Ihre Planungen? 

Fazit: 

Jegliche unternehmerische Aktivität aus der Perspektive der damit verbundenen Liquiditätseffekte zu betrachten, ist Grundlage für nachhaltiges Liquiditätsmanagement. Mit dieser veränderten Sichtweise füllen Sie Ihr finanzielles Reichweitenkonto stetig auf und sind gewappnet für das nächste Virus.

Die Umsetzung in Ihren Unternehmensalltag ist dann Handwerk. Organisation und Aufbau der dafür erforderlichen Strukturen sind kein Hexenwerk. In den Kursen, die ich regelmäßig für Unternehmer wie Sie und mich z.B. bei der Handwerkskammer abhalte, stelle ich immer wieder fest, wie begeistert Unternehmer die Grundlagen der BWL anwenden, sobald sie deren Relevanz für Erfolg in ihrem eigenen Unternehmen erlebt haben: 

Der erste und wichtigste Schritt dabei ist, die veränderte Sichtweise zu verinnerlichen: 

  • Das Einzige, was zählt, ist der Gewinn. Nicht der Umsatz, nicht die Unternehmensgröße, nicht die Zahl der Mitarbeiter!
  • Bezahlen Sie IMMER zuerst Ihr Unternehmen und sich selbst!
  • Ein finanziell gesundes Unternehmen braucht eine Liquiditätsreichweite von mindestens 6 Monaten! 

Wenn Sie mehr über Liquiditätsmanagement und über die oben kurz angerissenen Maßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen wie Handwerksbetriebe, Familienunternehmen, IT-Dienstleister, Dienstleistungsbetriebe usw. lernen wollen, nehmen Sie an unserem Webinar teil !

Tiefer einsteigen und aktiv anwenden können Sie alle „Königs“-Disziplinen der Unternehmensführung im WB Unternehmercampus, einem speziell für die Bedürfnisse und Bedingungen in kleineren Unternehmen entwickelten Weiterbildungs- und Trainingsprogramm mit Online- und Präsenzveranstaltungen. Das Besondere daran ist, dass Sie dort kein Banker, Unternehmensberater oder Coach trainiert, sondern „einer von uns“: Als Unternehmer und Besitzer einer Fahrschule kenne ich alle Themen aus eigenem Erleben. Hier erfahren Sie mehr über unser Programm.

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